Schulhorte bieten große Chancen für Ernährungsbildung

Ernährungsbildung

Mensa

 

Grundschulkinder werden zunehmend häufiger und länger in Schulen und Schulhorten betreut. Berliner Schulen bieten deshalb verpflichtend ein Mittagessen an. Erzieher der Schulhorte - in Berlin »eFöB« genannt - begleiten die Schüler bei den Mahlzeiten und ergänzend zum Unterricht viele Stunden täglich, auch gemeinsam mit den Lehrkräften der Grundschulen. Damit liegen ideale Rahmenbedingungen für Gesundheitsförderung im Handlungsfeld Ernährung vor.

Lebensmitteleinkauf, Zubereitung von Mahlzeiten und Gespräche darüber haben Kinder früher in der Familie erlebt. Ganztagsgrundschulen mit ihren Horten betreten mit dieser Aufgabe oft Neuland.

Es bedarf deshalb neuer pädagogischer Konzepte und Unterstützung. Die Erzieher der Horte bekommen im Coaching der »Initiative ü6 - gesund - essen - lernen« eine fachliche Begleitung, Instrumente und Schulungsmaterialien an die Hand, wie sie das Thema umsetzen können.


 

Ernährungsbildung - Einblick in die Praxis

Diese pädagogischen Themen beschäftigen die Modellhorte derzeit:

  • Wie schaffen wir eine Wohlfühlatmosphäre in den Mensen?

  • Wie wollen wir die pädagogische Begleitung der Mittagsmahlzeit gestalten?

  • Wie können wir die Akzeptanz von gesunden Lebensmitteln bei den Kindern erhöhen?

  • Wie können Kinder an den Maßnahmen und Entscheidungen beteiligt werden?

  • Wie machen wir das Wachsen und Gedeihen von Lebensmitteln für Kinder aus der Stadt erlebbar?

 

Mit Freude dabei...

 


 

Mensa

Der Speiseraum und seine Gestaltung hat große Auswirkung darauf, ob Kinder und pädagogische Fachkräfte sich beim Mittagessen wohl fühlen. Wenn ich gerne in diesen Raum gehe und vielleicht auch meine Freunde gerne mitkommen, dann schmeckt es besser. Der Raum entscheidet maßgeblich mit, ob ein gesundes Schulessen von den Kindern gegessen wird.

Klar ist für uns: Dieser Raum ist ein Bildungsraum, ebenso wie ein Gruppenraum oder das Freigelände. Und wir wissen, dass der Raum als „dritter Erzieher“ eingesetzt werden kann. Wie es geht, erarbeiten die pädagogischen Fachkräfte und Küchenkräfte gemeinsam mit den Kindern in lebhaften Runden des Austauschs!

 

Die Mensa als Wohlfühlort...

 

Beispiel Askanier-Grundschule 

Tobias Breidenmoser, Pädagoge

Unser Ziel ist eine Wohlfühlmensa! Das eFöB-Team der Askanier Grundschule - unter Beteiligung der betreuten Kinder – entwickelt und erprobt seit einigen Monaten das Leitbild einer Wohlfühlmensa als Herzstück der Neukonzeption des gemeinsamen Mittagessens. In unserer Vision der Wohlfühlmensa geht es nicht nur um die Qualität und Gesundheit der Mahlzeit, sondern auch um eine angenehme Atmosphäre, in der die Kinder das gemeinsame Essen bei ausreichend Zeit, Gemütlichkeit, Geselligkeit und Ruhe genießen können.

Die Mensa wird aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten multifunktional genutzt. Der Raum soll für die Kinder ganztägig wohnlicher Lebens- und Rückzugsort sein und vielfältige Möglichkeiten für ruhige Betätigungen und Stressabbau bieten. In behaglicher Atmosphäre ist ein stressfreies Mittagessen möglich, dadurch kann das Essen genossen werden und die Kinder sind eher bereit, neue Dinge zu probieren. Außerdem sorgt es für eine angenehme Gesprächskultur und trägt zur Sprachförderung und gemeinsamen Miteinander bei.